Betreutes Wohnen

Denkt man an Betreutes Wohnen, so denkt man sicher in erster Linie an Senioren, die in Seniorenheimen von Pflegepersonal rund um die Uhr betreut werden. Sie werden am gesellschaftlichen Leben beteiligt, beispielsweise beim Zubereiten der Mahlzeiten und bei der Pflege der Außenanlagen, denn sie benötigen Beschäftigung und Anerkennung. Verschiedene kulturelle Veranstaltungen werden durchgeführt. In den Heimen stehen den Senioren viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung zur Verfügung, damit ihre Selbstständigkeit und Aktivität so weit wie möglich erhalten bleibt.

Nicht nur für Senioren besteht die Möglichkeit des Betreuten Wohnens. Menschen mit psychischen Erkrankungen können ebenso das Betreute Wohnen in Anspruch nehmen. Dabei werden sie entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert. Das Betreute Wohnen erfolgt häufig nur ambulant. Die Menschen leben in einer angemieteten Wohnung und werden dort stundenweise von Fachkräften entsprechend ihrem individuellen Bedarf betreut. Um jedem eine individuelle Betreuung zu ermöglichen, wird zuvor ein Hilfeplan erarbeitet. Ziel ist die Eingliederung der Menschen in das gesellschaftliche Leben. Durch das Betreute Wohnen werden sie auf die Eingliederung in die Gesellschaft vorbereitet.

Eine wichtige Zielgruppe für das Betreute Wohnen sind Suchtkranke. Entsprechend ihrer Erkrankung und der Folgeerkrankungen werden sie entweder in speziellen Kliniken oder in Wohngemeinschaften stationär oder ambulant betreut. Das ambulante Betreute Wohnen ist ähnlich dem ambulanten Betreuten Wohnen von psychisch Erkrankten. Fachkräfte besuchen die Suchtkranken für eine bestimmte Zeit am Tag. Jeder soll wieder selbstständig und eigenverantwortlich handeln. Häufig erhält jeder ein Zimmer oder eine Wohnung. Im Gemeinschaftsraum spielt sich das gesellschaftliche Leben ab, damit die Suchtkranken wieder soziale Kontakte aufbauen können. Sie sollen auf das spätere Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden. Um festzustellen, welches Maß an Hilfe jeder benötigt, wird ein Hilfeplan erstellt. Alle Betreuungsmaßnahmen sind auf den Einzelnen abgestimmt. Der Hilfeplan wird ständig überarbeitet, entsprechend der Fortschritte, die zu verzeichnen sind. Den Erkrankten soll ein hohes Maß an Selbstständigkeit zurückgegeben werden, damit sie wieder in der Lage sind, ohne fremde Hilfe zu leben und zu wohnen. Die Vorbereitung auf das Arbeitsleben gehört dazu.

Die Kosten für das Betreute Wohnen werden von den Krankenkassen und den Rentenversicherungen teilweise übernommen. Einen Teil der Kosten müssen die Senioren oder die Erkrankten zumeist selbst tragen.